Liebe Community,

nach zwei Jahren kollektiver Lobbyarbeit war es am 27.05.09 endlich soweit: Die Bezirksverordnentenversammlung von Friedrichhain-Kreuzberg hat der Umbenennung des Gröbenufers in May-Ayim-Ufer zugestimmt. Damit ist erstmalig im Rahmen einer Straßenumbenenung in Deutschland ein Perspektivwechsel der Erinnerung von kolonialen Agressoren zu AktivistInnen des antikolonialen bzw postkolonielen Widerstandes vollzogen. Bei vorigen Umbenennungen wie der Münchener Trothastraße in Hererostraße war dies nicht der Fall (Samuel Maherero und Hendrik Witbooi, die den Widerstand gegen Throthas Genozid führten, verdienen weiterhin eine eigenständige Ehrung). Wir hoffen, dass von dieser Umbenennung eine Signalwirkung ausgeht, die andere Umbenennungen im Sinne dieses Perspektivwechsels, der die Erinnerung wahrt, aber die Geschichte antikolonialen Widerstandes in den Fokus rückt, ermöglicht. So wird aus his story, also weißer, männlicher Geschichtsschreibung our story, eine Erinnerung an unsere Geschichte.

Zwar kann die Umbenennung theoreisch mit Klagen verzögert oder gar verhindert werden, dies ist aber am „Gröbenufer“ mit seinen wenigen BewohnerInnen sehr unwahrscheinlich. Im Herbst, spätestens im Winter soll die Umbenennung dann auch durch das Anbringen neuer Straßenschilder und Gedenktafeln, auf denen die Biographien Gröbens und May Ayims sowie die Gründe der Umbenennung erläutert werden, entgültig vollzogen werden. Vielen dank an alle MitstreiterInnen und UnterstützerInnen!

Dieser Erfolg ist hoffentlich nur ein Anfang – lets remix our cityscape to replace his story by our stories!

Die Umbenennung ist der Erfolg eines Bündnisses von sieben Vereinen und Organisationen: AfricAvenir International, Berliner entwicklungspolitischer Ratschlag (BER), Berlin Postkolonial (BePo), Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Projekt „Unterm Teppich?“ (PUT), Tanzania-Network.de (TNW) und Werkstatt der Kulturen (WdK) – ich habe in diesem Bündnis als Aktivist der ISD mitgewirkt. Die gemeinsame Presseerklärung sowie die Präsentation zu meinem Vortrag vor dem Kulturausschuß der Bezirksverordnentenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg vom 22.04.09 findet ihr anbei. Am Tag darauf war ich auf Einladung des Bezirksbürgermeisters von Mitte/ Wedding im Kreisvorstand der Weddinger SPD, um dort historische Hintergründe zu Straßennamen im afrikanischen Viertel zu erläutern und die Forderung nach Umbenennungen in diesem größten berliner Gedenkensemble deutscher Kolonialgeschichte begründet vorzutragen. Die Präsentation zu diesem Vortrag findet ihr ebenfalls anbei

Kwesi

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Pressemitteilung Straßenumbebennung Gröben May Ayim

vortrag-may-ayim-ufer-joshua-kwesi-aikins.pdf

vortrag-afrikanisches-viertel-joshua-kwesi-aikins.pdf

Dossier zu Straßennamen mit Kolonialbezug in Berlin