Festival gegen Rassismus

Mit unseren eigenen Stimmen –

Black is more than a (Black)Face“

 

                            Hamburg, Mai 2014

 

Festival lädt alle interessierten Bürger_innen und Gäste der Stadt Hamburg ein, die Vielfalt (Schwarzen) Kultur(er-)lebens kennenzulernen

 

 

Im Deutschen Schauspielhaus Hamburg findet am 14. 6. 2014 die Premiere von Genets „Die N….“ in der Inszenierung von Johan Simons statt, eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen und den Münchener Kammerspielen.

 

Bereits im Vorfeld protestierten Schwarze Menschen gegen den diskriminierenden Titel, das in der Werbung praktizierte Blackfacing sowie die Ensemblebesetzung mit weißen Schauspielern. Insbesondere das Fehlen einer Kontextualisierung von Werk und Titel war Anlass für einen Offenen Brief diverser Schwarzer Organisationen aus Österreich und Deutschland, der die Absetzung des Stückes fordert. Anstelle eines öffentlichen Diskurses mit den Schwarzen Protestierenden wählten die Produzenten der Inszenierung das Reden über sie. Für die Schwarzen Stimmen hatte die darauf folgende Medienberichterstattung vor allem Drohbriefe und Hassmails zur Folge.

 

Um zu zeigen, dass mit dem Thema Rassismus auch in nicht verletzender und alle gesellschaftlichen Gruppen einbeziehender Weise umgegangen werden kann, hat die Hamburger Regionalgruppe der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. (ISD) innerhalb von nur drei Wochen ein bisher 19 Veranstaltungen umfassendes Festival gegen Rassismus organisiert.

 

Als Kooperationspartner_innen konnten u.a. die Gruppe Lampedusa in Hamburg, Kampnagel Fabrik, die Werkstatt 3 für internationale Kultur und Politik, Mokoari Street Productions und Timbuktu Freiraum für Kunst & Kultur gewonnen werden.

 

Der Titel des Festivals „Mit unseren eigenen Stimmen – Black is more than a (Black)Face“ weist darauf hin, dass nach Meinung der Organisierenden 55 Jahre nach der Uraufführung des Schauspiels von Genet gesellschaftliche Minderheiten – in diesem Falle Schwarze Menschen – sich besser mit ihren eigenen Stimmen artikulieren können und wollen, dass Menschenrechtsverletzungen wie (Neo-)Kolonialismus und Rassismus adäquat nur von den Betroffenen dargestellt und diskutiert werden sollten, dass eine Theaterinszenierung eines weißen Autoren durch weiße Produzenten mit weißen Darsteller_innen mit einem unkommentierten, Schwarze Menschen beleidigenden Titel nicht zeitgemäß und überflüssig ist.
Wir freuen uns, der Stadt Hamburg ein reichhaltiges Programm zwischen dem 14.6. und 3.7.2014 bieten zu können. Details des Programms werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD)

Regionalgruppe Hamburg

 

Rückfragen gerne unter:

Isdhamburg(at)isdonline.de

 

Richtigstellung 27.5.2014:

Kampnagel Fabrik hat die Kooperation abgesagt.