Racial Profiling Reloaded

Racial Profiling beschreibt eine Polizeipraxis, deren Anwendung in Deutschland bisher offiziell geleugnet wird. Dabei geht es um willkürliche Personenkontrollen aufgrund rassialisierter Hautfarbe, Ethnie, Religion, Sprache etc.; eine Praxis, die im öffentlichen Raum – auf der Straße, in Öffentlichen Verkehrsmitteln, in Parks und Einkaufscentern – oft zu beobachten ist und die in einem gerade abgeschlossenen Gerichtsverfahren in Koblenz sogar als rechtmäßig erklärt wurde.

Aus Sicht der „Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz“ und vieler antirassistischer Initiativen ist Racial Profiling ein klarer Verstoß gegen die Grund- und Menschenrechte und Beispiel eines institutionellen Rassismus, der unter dem Vorwand von Sicherheitsbestimmungen legitimiert wird.

In Großbritannien und Frankreich wird Racial Profiling von sozialen und migrantischen Verbänden in den letzten Jahren bereits öffentlich dokumentiert und scharf kritisiert, nachdem diese Polizeitaktik die sozialen Kämpfe der damit permanent stigmatisierten Communities zusätzlich angeheizt hatte.

Die Tagung Racial Profiling Reloaded ist bereits die vierte Veranstaltung, die KOP zu diesem Thema durchführt. Nach „Gewalt. Polizei. Rassismus. Wenn die Polizei zum Täter wird“ (2005), „Vom Polizeigriff zum Übergriff“ (2007) und „Racial Profiling or The colour of guilt and innocence – Zur rassistischen Motivation polizeilicher Praxis“ (2009) steht diesmal der gemeinsame und koordinierte Kampf gegen Racial Profiling im Mittelpunkt. Zusammen wollen wir unsere Strategien austauschen, interdisziplinär bündeln und schlussendlich als starkes Netzwerk abstimmen.

 

Informationen zur Tagung – http://racial-profiling.kop-berlin.de