In einem Beitrag des ZDF Magazins „Menschen“ kommen Vertreter der ISD zu Ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus in Deutschland zu Wort. Das Video dazu hier.

Jonas Berhe, der mit fünf Jahren nach Deutschland kam, erlebt dies immer wieder. „Es sind zwei Formen von Rassismus“, erzählt der gebürtige Eritrer. „Die eine, bei der ich ganz bewusst wegen meiner Hautfarbe beleidigt wurde. Die andere Form ist jene, die ganz subtil in Alltagssituationen passiert“. Und das heißt für den 37-Jährigen: viele Absagen bei der Wohnungssuche, keinen Einlass in Discotheken sowie häufig grundlose Polizei-Kontrollen an Flughäfen oder Bahnhöfen.

Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD)

Jonas Berhe sitzt zusammen mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland  / Quelle: ZDF

Jonas Berhe bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland(Quelle: ZDF)

Fremde im eigenen Land

Als Opfer fühlt sich Jonas Berhe heute nicht mehr. Er arbeitet als Gewerkschaftssekretär der IG Metall. Zusätzlich engagiert er sich als Vorstandsmitglied der bundesweiten Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Die bundesweite Organisation setzt sich seit den 1980er Jahren für die Anliegen ihrer Mitglieder ein und unterstützt Projekte, die das Selbstbewusstsein schwarzer Menschen fördern.

Ein weiteres wichtiges Anliegen der ISD ist es,  sich für die Rechte ihrer  Mitglieder stark zu machen. So hat das Oberverwaltungsgericht Koblenz im vergangenen Oktober deutlich gemacht, dass die Praxis der Polizei, Menschen nur aufgrund von Äußerlichkeiten wie der Hautfarbe zu kontrollieren, nicht mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz des Grundgesetzes vereinbar ist. Um dies langfristig einzudämmen,  haben  die ISD und  das Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung (BUG) in den vergangenen zwei Monaten eine Petition an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingebracht. Sie fordern,  das Bundespolizeigesetz zu überarbeiten und möchten das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz angepasst wissen.

Ausstellungsreihe „Schwarze Biografien“

Mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung initiiert der ISD die Ausstellungsreihe „Homestory Deutschland“. Die Portraits und Biografien setzen sich mit den Lebensrealitäten Schwarzer Menschen in Deutschland auseinander“. Drei Jahrhunderte werden thematisiert und dokumentieren wie gesellschaftliche Rahmen-Bedingungen die einzelnen Lebensgeschichten formten und prägten. Ein Rahmen-Programm ergänzt diese Wanderausstellung mit Lesungen, Vorträgen und Workshop.
Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 24. Februar in Nürnberg und vom 15. März bis 7. April in Hamburg.

Gekürzter Text von Jan-Manuel Müller, erschienen auf ZDF.de