Bericht über das Schwarze Kulturfestival Hamburg

Bericht über das Schwarze Kulturfestival Hamburg

 

 Bericht Schwarzes Kulturfestival Hamburg  (.pdf zum Download)

 

 

Anlass

Im Deutschen Schauspielhaus Hamburg sollte am 14. 6. 2014 die Premiere von Genets „Die N….“ in der Inszenierung von Johan Simons stattfinden, eine Koproduktion mit den Wiener Festwochen und den Münchener Kammerspielen.

 

Bereits im Vorfeld protestierten Schwarze Menschen gegen den diskriminierenden Titel, das in der Werbung praktizierte Blackfacing sowie die Ensemblebesetzung mit weißen Schauspielern entgegen den Anweisungen des Autors. Insbesondere das Fehlen einer Kontextualisierung von Werk und Titel war Anlass für einen Offenen Brief diverser Schwarzer Organisationen aus Österreich und Deutschland, der die Absetzung des Stückes fordert. Anstelle eines öffentlichen Diskurses mit den Schwarzen Protestierenden wählten die Produzenten der Inszenierung das Reden über sie. Für die Schwarzen Stimmen hatte die Medienberichterstattung darüber vor allem Drohbriefe und Hassmails zur Folge.

 

 

Projektidee

In dieser Ausgangssituation haben Schwarze Menschen in Hamburg beschlossen, der Inszenierung des Deutschen Schauspielhauses eine eigene Veranstaltungsreihe entgegenzusetzen. In dieser sollten die Themen von Genets „Die N….“ und der fragwürdigen Aufführungspraxis des Werkes, nämlich Rassismus, Kolonialismus, Diskriminierung und Außenseitertum aus Schwarzer Sicht, also von den Subjekten dieser Themen, vielfältig bearbeitet werden.

Die Veranstaltungsreihe trug den Titel „Mit unseren eigenen Stimmen – Black is more than a (Black)Face“. Sie fand während des geplanten Zeitraums der Vorstellungen von „Die N….“ im Schauspielhaus zwischen dem 14. 6. und dem 3. 7. 2014 in Hamburg statt. Veranstalterin des Festivals war die ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland), Regionalgruppe Hamburg.

 

 

Zielgruppe

Alle Bürger_innen und Gäste Hamburgs waren herzlich eingeladen, die Sichtweisen Schwarzer Menschen und People of Color kennenzulernen. Mit Ausnahme eines Workshops, der alleinig für Schwarze Menschen war, waren alle Veranstaltungen offen.

Die Vielfalt der Veranstaltungsformen spiegelte nicht nur die Reichhaltigkeit Schwarzen Kulturlebens in Deutschland wider, sondern lud auch ein breites Publikum ein.

 

Hamburg (IR)REalities

Die Kunstperformance „Hamburg (IR)REalities“ sollte am 14.6.2014 als Auftaktveranstaltung des Schwarzen Kulturfestivals Hamburg mit dem Ihnen vorliegenden Konzept stattfinden.

 

Durch die kurzfristige Absage der Premiere von Genets „Die N….“ am Deutschen Schauspielhaus, die ab Mittag auch in den Medien veröffentlicht wurde, ergab sich für das Vorbereitungsteam die Frage, ob die Performance abgesagt oder verschoben werden sollte. Das Team entschied sich dann, die Performance trotzdem zum geplanten Zeitpunkt durchzuführen. Die Gründe hierfür waren zum einen die herausragende Stellung der Performance als Eröffnungsveranstaltung des Kulturfestivals und die Unmöglichkeit, alle öffentlich aufgerufenen aktiven Teilnehmer_innen von einer Absage/Verlegung zu informieren.

 

Die Veranstaltung fand deshalb am 14. 6. von 19 bis 20 Uhr wie geplant statt – wenn auch mit einer deutlich geringeren Teilnehmer_innenzahl als erwartet. Etwa 110 aktive Teilnehmer_innen versammelten sich bis zu eine Stunde vorher am Treffpunkt und wurden vom Team eingewiesen.

Hier wurde spontan die Anfangspunkt der Performance versetzt: Statt am Protestzelt die Aufstellung zu beginnen, wurden die ersten Träger_innen an der Langen Reihe aufgestellt, damit die Sichtbarkeit der Performance schnellstmöglich gegeben ist.

 

Es gelang, wie geplant, von 19 bis 20 Uhr eine stumme Reihe von Plakate tragenden Menschen von der Langen Reihe durch die Kirchenallee vorbei am Schauspielhaus bis zum Infozelt der Lampedusaflüchtlinge auf dem Steintorplatz zu bilden. In unmittelbarer Nähe zum Schauspielhaus trugen zwei Sprecherinnen die szenische Lesung „Lampedusa, 3. Oktober 2013“ von Umberto Riccò vor. Die zwei Sprecher der Performance –Tsepo Bollwinkel für die ISD e.V. und John Manseh für die Gruppe „Lampedusa in Hamburg“- waren direkt vor dem Schauspielhaus als Ansprechpartner für Presse, Passant_innen, Premierenbesucher_innen und Mitarbeiter_innen des Schauspielhauses platziert.

 

Die Veranstaltung verlief insgesamt friedlich.

Lediglich eine kleine Gruppe von Teilnehmer_innen berichtete im Nachhinein, dass ein vermutlich alkoholisierter Passant abfällige Bemerkungen gemacht habe. Die Situation löste sich aber schnell ohne dass von der Polizei oder anderen Teilnehmer_innen interveniert werden musste.

Das Team konnte beobachten, dass Passant_innen sehr schnell Form und Idee der Performance verstanden und dann gezielt den ganzen fortlaufenden Text aufnahmen. Den Vorleserinnen wurde aufmerksam zugehört. Die Sprecher bekamen Lob von Passant_innen, sehr viel Verständnis von Premierenbesucher_innen, die den Ausfall der Aufführung nicht mitbekommen hatten und führten angeregte Diskussionen, u.a. mit Mitarbeiter_innen des Schauspielhauses.

 

Bemerkenswert war, dass die Verknüpfung der Situation der Lampedusaflüchtlinge und einer Produktion des Schauspielhauses als zwei Hamburger Realitäten ganz offenbar von den Zuschauer_innen der Performance größtenteils verstanden wurden, und dass die Kritik an der Produktion des Schauspielhauses sogar von Premierenbesucher_innen geteilt wurde.

 

Bei der Plakatausgabestelle ergaben sich darüber hinaus mehrere Diskussionen, in denen Menschen zunächst ihr Unverständnis für die Aktion äußerten. Einige sagten, dass sie die Verbindung von Kunst und der Situation der Geflüchteten nicht sähen. Zwei voneinander unabhängige Personen gingen daraufhin die Plakatreihe ab, um nachfolgend doch spontan zu partizipieren.

 

Nach der einstündigen Performance versammelten sich die aktiven Teilnehmer_innen wieder am Treffpunkt. Das direkte Feedback war allgemein positiv. Die Teilnehmenden haben sich sicher und gut vorbereitet gefühlt. Die Art der stummen Performance, die dazu benutzten Texte und Bilder sowie wie die Platzierung zwischen Theater und Flüchtlingszelt haben die Aktiven emotional bewegt und zu tieferem Nachdenken über die Beziehungen zwischen der Stadt Hamburg, ihrer stattlich subventionierten Kulturszene und den marginalisierten Gruppen sowohl innerhalb der Stadt als auch in europäischem Rahmen gebracht.

 

Während der Veranstaltung wurden Spenden zugunsten der Geflüchtetengruppe „Lampedusa in Hamburg“ gesammelt und Buttons verkauft.

 

 

Vernissage DAIMA

Die Ausstellung Daima im Timbuktu – Freiraum für Kunst und Kultur war geplant als Dreh- und Ankerpunkt des Festivals und war für den gesamten Zeitraum des Festivals zu betrachten.

Es war der Wunsch, die Ausstellung an einem niedrigschwellig erreichbaren Ort zu zeigen, um auch dadurch die Reichweite der Bilder und ihrer Aussagen zu erhöhen. Da viele der Veranstaltungen im Timbuktu Café stattfanden, bildete Daima nicht nur zeitlich, sondern auch örtlich den Rahmen, in dem das Festival existierte.

 

Daima porträtiert 14 Schwarze Frauen, die in Deutschland leben und zeigt so zum einen die Alltäglichkeit und zum anderen die Besonderheit Schwarzen, weiblichen Lebens in Deutschland.

Die Portraits sind so konzipiert, das die betrachtende Person von den Protagonistinnen Fragen gestellt bekommen. So wird der Blick auf die Personen zur betrachtenden Person zurückgelenkt.

 

Zur Vernissage reisten die Künstlerin Nzitu Mawakha zusammen mit Sharon Dodua Otoo, der Herausgeberin der Witnessed-Reihe in der Daima erschien, zu einer Lesung an.

 

Nzitu Mawakha und Sharon Dodua Otoo erzählten dem circa 35 Personen zählenden Publikum von der Entstehung der Witnessed-Reihe, um dann tiefer vom Prozess, der zu der Entstehung von Daima führte, zu berichten.

Die einzelnen Protagonistinnen wurden in ihrer Vielfältigkeit von Nzitu Mawakha nicht nur vorgestellt, sondern auch von den Arbeitsprozessen wie auch persönlichen und (Identitäts-) politischen Prozessen im Zusammenhang der Portait-Sessions berichtet.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit Filmaufnahmen dreier Portraitierter, die ihre sich im Buch befindlichen Texte verlasen.

 

Zum Schluss hatten die Teilnehmer_innen die Möglichkeit, mit beiden anwesenden Künstlerinnen zu sprechen und ihnen Fragen zu stellen.

 

Das anwesende Publikum war sowohl von der Ausstellung als auch von der Präsentation sichtbar angetan. Es wurde gemeinsam gelacht und Menschen fühlten sich von den Inhalten so berührt, dass einige sogar weinten.

 

 

Workshop „Afrika-zentrierte Ansätze zur Bekämpfung von Rassismus im Deutschen Bildungssystem“

Bruder Senfo TONKAM wird aus Afrikanischer Perspektive aufzeigen,

  1. a) welche Denkweisen, Annahmen und Vorstellungen, Themen und Ziele einer anti-rassistischen Bildungspolitik sein sollen, und
  2. b) was die Herausforderungen eines guten Schwarzes Bildungskonzept sind, worauf es basieren muss und wie es sich umsetzen lässt.

Der Workshop war offen für Schwarze Personen.

 

18 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil. Geworben wurde dafür hauptsächlich durch Flyer, Poster und im Internet. Das Publikum bestand, bis auf eine Person aus Schwarzen in Deutschland lebenden Menschen. Der Input war sehr informativ und konzentrierte sich darauf, vergessene und nicht allgemeine bekannte Geschichte hervorzuheben Ziel war, die Teilnehmer_innen durch dieses Wissen in ihrer Identität zu stärken.

 

Nach dem Input und einer Vorstellungsrunde folgte eine Diskussion, in der Bruder Senfo bewusst provozierte, um ihnen so zu helfen, außerhalb der Norm zu denken und zu argumentieren. Eine Motivation zum intellektuellen Umdenken.

 

Das Feedback aller Beteiligten zeigte deutlich, dass der Workshop ein voller Erfolg war und begeisterte.

Einige der Teilnehmer_innen setzten die Diskussion –obwohl die anvisierte Zeitspanne von drei Stunden schon um weitere zwei Stunden überzogen worden war- im Nachhinein noch fort.

 

 

Fazit:

 

  • Das Publikum spiegelte die effektive Reklame für das Event wieder.
  • Die gespendeten Getränke von LemonAid und Snacks vom Reformhaus wurden positiv vom Publikum angenommen.
  • Positive Atmosphäre in der sich die Teilnehmer wohl gefühlt haben und auch persönliche Rassismus Erfahrungen teilen konnten.
  • Ein längerer tief gehender Workshop ist wünschenswert und würde großen Andrang finden

 

 

Filmvorführung: Kickin‘ it with the Kinks

Zum Film:

Im Rahmen des Schwarzen Kulturfestivals wurde am 20.06.2014 der Dokumentarfilm: “Kickin‘ it with the Kinks” in der Werkstatt 3 gezeigt. Ursprünglich produzierte Cynthia Butare das eigenfinanzierte Projekt als Abschlussarbeit ihres Bachelorstudienganges. Anschließend wurde er von der Manchester Metropolitan University als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und in Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Belgien, Deutschland, den USA, Kanada, Namibia, Nigeria und Sambia gezeigt. Der Film erforscht das Phänomen des chemischen und künstlichen Glättens von Afrohaaren, seinen Ursprung und dem wachsenden Trend, die Haare wieder im ‚Naturzustand‘ zu tragen.

Bereits im Februar 2014 fand die Premiere des Films mit deutschen Untertiteln in Hamburg als Teil des Black History Month statt. Die Filmvorführung im Februar richtete sich hauptsächlich an Jugendliche. Da sie so erfolgreich war, bot es sich an, das Thema während des Schwarzen Kulturfestivals nochmals aufzugreifen und dieses Mal alle Altersgruppen anzusprechen. Das Ziel war es, die Komplexität und den hohen politischen, sozialen und kulturellen Stellenwert des Themas unter ‚People of Colour” zu unterstreichen und einem breitgefächerten Publikum nahezubringen.

 

Zur Veranstaltung:

Es nahmen ca. 15-20 Menschen an der Veranstaltung teil. Geworben wurde dafür hauptsächlich durch Flyer, Poster und im Internet. Das Publikum war, wie erhofft, sehr vielfältig und bestand sowohl aus Menschen, die sich mit dem Thema bereits beschäftigt hatten und/oder davon betroffen waren, als auch aus solchen, die aus Neugierde und ohne jegliches Vorwissen erschienen waren.

Cynthia Butare, die Regisseurin des Films, war am Abend vor der Vorführung mit informativen Flyern in deutscher Sprache ausgestattet, aus London eingetroffen. Am Tag der Veranstaltung fand eine kurze, ca 10-minütige Einführung des Dokumentarfilms und der Regisseurin statt, gefolgt von der Filmvorführung (ca. 55 min.) und einer anschließenden Fragerunde und Diskussion (ca. 90 min). In der Diskussionsrunde wurden sehr unterschiedliche Fragen gestellt, Aussagen getroffen und es herrschte allgemein ein sehr respektvoller Umgang unter den Zuschauern. Unter anderem wurden Themen zur Haarpflege, der medialen Repräsentation, und der politischen Aussagekraft von chemisch geglättetem und natürlichem Afrohaar bis hin zum Unterschied zwischen den USA, Großbritannien und Deutschland behandelt. Die Diskussion wurde auf Deutsch, Englisch und deutscher Gebaerdensprache gehalten.

 

Fazit:

 

  • Das vielfältige Publikum spiegelte die effektive Reklame für das Event wieder.
  • Die Flyer, die die Regisseurin mitgebracht hatte, erwiesen sich als hilfreich und wurden zahlreich von den Beteiligten mitgenommen.
  • Die gespendeten Getränke von LemonAid und Snacks vom Reformhaus wurden positiv vom Publikum angenommen.
  • Das gespendete Frühstück vom Cafe Klatsch für die Regisseurin und Moderatoren, war eine sehr gewürdigte Geste.
  • Die deutschen Untertitel waren sowohl sehr nützlich für die Beteiligten, dessen Englischkenntnisse nicht ausgereicht hätten, die Themen des Films im Detail zu verstehen, als auch für Gehörlose Zuschauer.

 

Verbesserungsvorschläge:

Interessant wäre es gewesen, eine kurze Fragerunde oder Diskussion vor der Filmfvorführung zu halten, um abzuschätzen in wie fern die Meinungen, oder das Verständnis der behandelten Themen durch den Dokumentarfilm verändert oder geprägt wurden.

 

Die Veranstaltung war sehr erfolgreich und die Veranstalter und das Publikum waren gleichermaßen damit zufrieden.

 

 

Poetry Slam „Call out Loud“

Drei -sehr unterschiedliche – Frauen, mit einer gemischten Leidenschaft für Sprache, Wort und Klang, verwoben zu Geschichten
Call out Loud sind Tinapu, Samila und Maseho – Poetry und Storytelling mit Wortwitz, und viel Power – zynisch, charmant und auch humorvoll
laden die drei Künstlerinnen an diesem Abend zu einem Trip in ihre Gedankenwelten ein.
Call out Loud, – gesehen werden, um gehört zu werden – das aus- und anzusprechen was gesagt werden muss
Call out loud – Das unter anderem Schweigen brechen

 

Die Veranstaltung wurde von der Singer-Songwriterin Fatima mit Musik eröffnet.
Als nächstes trugen Tinapu, Samila und Maseho gemeinsam den Titeltext „Call out loud“ vor. Daraufhin begannen die drei Frauen sich dynamisch im Vortragen abzuwechseln.

Nach circa einer Stunde gab es eine Pause, die durch Fatima ein- wie auch ausgeleitet wurde. Auch das Ende der Veranstaltung wurde durch Fatima markiert.

 

Die Texte der drei Frauen beschäftigten sich mit unterschiedlichen Themen. Von der Liebe zur Tochter über Alltagsrassismus und Vorurteilen zu Begehren und Identität wurde die Vielfältigkeit Schwarzen (Er-)Lebens in Hamburg auf sehr Vielfältige Art und Weise vorgetragen. Die drei Künstlerinnen wechselten sich auf der Bühne ab. Ihre Texte trugen sie mal auf deutsch, mal auf englisch vor, manche waren heiter, manche traurig, manche betroffen machend, teils wiederum eingebettet in Humor.

Die etwa 90 Zuschauerinnen nahmen alle auftretenden Künstlerinnen sehr gut auf.

 

Spontan trat nach der Pause Fatima Moumouni, eine recht bekannte Poetry-Slammerin auf, die zufällig sich in Hamburg befand.

An ihren vorgetragenen Texten spalteten sich die Meinungen. Was definitiv kritikwürdig war, war ihre hochfrequente Nutzung des N-Worts, wenngleich ihre Texte sehr mitreißend gestaltet waren.

 

Dies war aber der einzige Kritikpunkt der als sehr gelungen wahrgenommenen Veranstaltung, die in ein lockeres Get-Together und später sogar in eine Tanzparty überging.

Auch hier ist zu bemerken, dass das sehr diverse Publikum eine angenehme Atmosphäre schaffte, in der sich alle anwesenden Personen sehr wohl fühlten.

 

 

Konzertabende:

Die beiden Konzertabende gaben dem Schwarzen Kulturfestival die musikalische Untermalung und die Repräsentation von Schwarzen jungen Sänger_innen in Hamburg.

Zudem hatten wir gehofft, mit ihnen einen entspannten und ruhigen Abend in familiärer Atmosphäre zu gestalten, in dem man sich im Zusammensein erholen kann, guter Musik lauscht und vor allem auf tolle Sänger_innen aufmerksam wird.

Die angefragten Sänger_innen Celina Love, Binta Hübener, Mimi Demissie, Daniel Abozen, sowie der Lukulule Chor waren sofort begeistert und interessiert am geplanten Festival, bzw. dem Rahmen, in dem sie die Möglichkeit haben würden aufzutreten und auch als Schwarze Künstler_innen/ Musiker_innen mit dem Auftritt speziell ein Statement abzugeben.

Innerhalb des Lukulule Chores, in dem weiße und Schwarze Teilnehmer_innen sind, wurde für diesen Auftritt sogar ein anderer abgesagt. Sie fanden es wichtiger, für dieses Festival zu performen und Präsenz zu zeigen.

Da es zwei Konzertabende gab, musste zuerst geklärt werden wer wann auftritt. Ursprünglich war geplant, dass die Konzerabende um 21:00 Uhr anfangen, da wir die Fußball-Weltmeisterschaftsspiele außer Acht gelassen hatten. Dies musste noch kurzfristig geändert werden, zumal die Spiele im Timbuktu ab 21:00 Uhr übertragen werden sollten. Also wurden beide Termine auf 19:30 Uhr vorverlegt. Auch wenn auf dem Flyern und Plakaten die falsche Uhrzeit stand, wurde mündlich und über Facebook die Änderung ohne Probleme weiterverbreitet.

Jeder Act performte mindestens drei Songs, wovon Cover- Songs sowie selbstgeschriebene und -komponierte Songs inbegriffen waren.

Beide Abende waren gut besucht und die Resonanz war von der SägerInnen Seite wie vom Publikum durchweg positiv. Schön war auch, dass das Publikum wiederum sehr heterogen war. Nicht nur Freund_innen, Bekannte oder Mitveranstalter_innen waren da, sondern auch Menschen, die zufällig von den Auftritten gehört hatten oder von draußen durch die Musik angelockt worden waren und somit hinterher auch über das Schwarze Kulturfestival informiert wurden.

Außer dass bei dem erstem Konzertabend eine Sängerin kurzfristig absagen musste (die aber spontan von einem ungeplanten Sänger ersetzt wurde) waren es sehr schöne Abende, die unsere Erwartungen erfüllten und -wie auch nach den anderen Veranstaltungen- Lust auf viel mehr gemacht haben; gerade weil er den Bedarf und die Wichtigkeit von Schwarzer Kultur angestoßen hat.

 

 

Workshop Der “versteckte” Rassismus: Afrika im Schulbuch

Das Thema:

Die Darstellung von Afrika und Schwarzen Menschen in Schulbüchern ist geprägt von negativen Bildern von hilflosen und passiven Opfer von Armut, Gewalt und „Unterentwicklung“. Vorkoloniale Geschichten, Kulturen und Philosophien der afrikanischen Gesellschaften werden dagegen nicht behandelt. Themen wie Bildung, Kultur, Innovation und Modernität finden sich fast ausschließlich im Zusammenhang mit weißen Menschen. So werden koloniale Perspektiven „versteckt“ weitergeschrieben, auf diese Weise wird rassistisches Wissen produziert und gefördert.

Die Veranstaltung regte eine sachliche Auseinandersetzung mit der Entstehung und Wirkung von Rassismus an. Prinzipien, Strategien und Werkzeuge für einen Rassismuskritischen Umgang mit Schulbüchern wurden vorgestellt und ausprobiert.

 

Es nahmen ca. 15-20 Menschen an der Veranstaltung teil. Geworben wurde dafür hauptsächlich durch Flyer, Poster und im Internet. Das Publikum war, wie erhofft, sehr vielfältig und bestand größtenteils aus Menschen, die sich mit dem Thema bereits beschäftigt hatten und/oder davon betroffen waren.

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde folgte ein Input in Form einer Präsentation.

Danach wurden die Teilnehmer in kleine Gruppen eingeteilt und präsentierten ihre Ergebnisse. Die darauf folgende Diskussion wurde sogar noch privat in fast voller Gruppengröße in einem Restaurant weiter geführt.

 

Fazit:

 

  • Das vielfältige Publikum spiegelte die effektive Reklame für das Event wieder.
  • Die gespendeten Getränke von LemonAid und Snacks vom Reformhaus wurden positiv vom Publikum angenommen.
  • Positive Atmosphäre in der sich die Teilnehmer wohl gefühlt haben und auch persönliche Rassismuserfahrungen teilen konnten.

 

Verbesserungsvorschläge:

  • Die für den Workshop angeplanten vier Stunden reichten nicht aus. Mehr Zeit für die Gruppenarbeit, Diskussionen und eine längere Pause nach der Input-Phase wären sinnvoll gewesen.
  • Der Input war insgesamt sehr viel. Weniger wäre genauso effektiv und weniger anstrengend gewesen.

 

 

Filmvorführung „Diskriminierung und Rassismus im Alltag

An der Veranstaltung „Diskriminierung und Rassismus im Alltag“, die am 23. Juni im Café Timbuktu stattfand, haben ca. 55 Menschen teilgenommen. Dort wurden die Videos „Schwarz bleibt Schwarz“ von Vincent Hesse und „Shit Some White Germans say to Black Germans“ von Sidney Frenz, sowie ein Rap des gehörlosen Rappers Matthew Harrison präsentiert. Die Veranstaltung wurde in DGS (Deutsche Gebärdensprache) und Deutsch gedolmetscht.

 

Bereits beim ersten Vorbereitungstreffen für das Festival wurde der Vorschlag für eine Veranstaltung mit der oben erwähnten Thematik geäußert. Da sowohl Vincent als auch Sidney Videos zu diesem Thema produziert hatten, planten sie eine gemeinsame Veranstaltung. Im Laufe der Planung wurden sie über eine Freundin von Vincent auf Matthew Harrison aufmerksam gemacht und beschlossen, ihn in die Veranstaltung mit einzubeziehen, da auch er Songs zu den Themen geschrieben hatte. Die Planung der Veranstaltung ging also insgesamt sehr schnell, da das Material im Vorfeld bereits produziert worden war.

 

Es wurde beschlossen dem Publikum im Anschluss an die Auftritte der jeweiligen Acts die Möglichkeit zu geben Fragen zu stellen. Am Ende der Veranstaltung sollten alle Acts dann noch mal auf die Bühne kommen und gegebenenfalls offen gebliebene Fragen beantworten.

 

Um 19 Uhr sollte Sidney Frenz, als erster Act, sein Video präsentieren, doch aufgrund technischer Schwierigkeiten, verzögerte sich die Eröffnung der Veranstaltung um ca. zwanzig Minuten. Da ein Großteil der Besucher sein Video bereits gesehen hatte, wurde dieser Zeitraum genutzt, um schon existierende Fragen zu beantworten.

 

Nach den Auftritten der beiden gehörlosen Acts, Vincent Hesse und Matthew Harrison, wurde die gemeinsame Fragerunde eröffnet. Das Publikum war erst etwas zurückhaltend, woraufhin Vincent vom Audismus, der Diskriminierung aufgrund der Hörstatus, erzählte. Daraufhin folgten diverse Fragen zur Gehörlosenkultur. Es wurden unter anderem Fragen bezüglich der Mehrfachdiskriminierung (Rassismus und Audismus) im Alltag oder in der Arbeitswelt gestellt, oder auch nach Methoden zur Bekämpfung von Rassismus gefragt.

 

Insgesamt würden wir die Vorbereitungsphase und Veranstaltung, abgesehen von den kleinen technischen Schwierigkeiten zu Beginn des Events, als sehr gelungen bezeichnen.
Besonders hervorzuheben ist, dass circa 1/3 der Besucher_innen gehörlos waren, womit auch der Wunsch der Verknüpfung der kulturellen Erlebenswelten innerhalb der Veranstaltung gelungen ist.

 

 

Offene Diskussion mit Lampedusa in Hamburg

Ort der Veranstaltung war das Kulturcafé Timbuktu. Den ca. 15 Teilnehmern berichteten 3 Mitglieder der Gruppe der Lampedusa Flüchtlinge in Hamburg von den Gründen ihrer Flucht aus Libyen, ihrem Erleben und Erleiden der Schiffspassage, der Ankunft in Italien und ihrem Weg von Dort nach Hamburg sowie ihrer aktuellen Situation in der Hansestadt.

In der Diskussion wurde die angespannte physische und psychische Situation der Flüchtlinge deutlich. Die Flüchtlinge wollen als Gruppe gemeinsam ihr Aufenthaltsrecht und ihre Arbeitserlaubnisse durchsetzen. Sie beharren auf einer gemeinschaftlichen Lösung für alle Gruppenmitglieder. Es wurde deutlich, dass sie von der zivilgesellschaftlichen Hilfe, die ihnen in Hamburg zuteil wird, insgesamt enttäuscht sind. Sie fühlen sich von Parteien und Verbänden missbraucht und kritisieren die Hilfsangebote ihrer Unterstützer_innen als tendenziell paternalistisch und nicht nachhaltig.

Unter lebhafter Beteiligung aller Teilnehmer_innen wurden Fragen erörtert wie die Möglichkeiten, in den illegalen Arbeitsmarkt unterzutauchen, was die Flüchtlinge ablehnen, das Ausmaß an Unterstützung durch verschiedene Bevölkerungsgruppen wie die afrikanischen Gemeinden oder alteingesessene Hamburger_innen und die Arten nachhaltiger Unterstützung, die sich die Flüchtlinge wünschen.

Besonders zu der letzten Frage blieb ein Dissens zwischen den Flüchtlingen und einigen Diskussionsteilnehmer_innen, die einen eher karitativen Hilfsansatz verteidigten. Ungeklärt im Raum blieben die Fragen, warum bei ca. 10.000 Unterstützer_innen bis heute nicht Wohnraum für 350 Menschen gefunden werden konnte, und warum die Forderungen der Flüchtlinge und ihrer Unterstützer_innen keine politische Wirkung haben.

Zum Abschluss wurde diskutiert, dass in Deutschland eine Ungleichbehandlung von Flüchtlingsgruppen existiert. Menschengruppen, denen aus außenpolitischen Gründen schnell ein Bleiberecht und Arbeitserlaubnis gewährt werden, stehen in die Rechtlosigkeit verdrängte Menschen wie die Lampedusa Flüchtlinge gegenüber. Die Verantwortlichkeit deutscher Militär-, Industrie- und Außenpolitik sowie rassistische Abwehrhaltungen gegenüber Schwarzen Afrikaner_innen wurde von allen Teilnehmer_innen benannt.

 

Die Diskussion endete nach ca. 2,5 Stunden mit einer Spendensammlung zugunsten der Hamburger Lampedusa Gruppe.

 

 

Konferenz „Blackfacing, Weißsein und Definitionsmacht am zeitgenössischen deutschen Theater“

Die Veranstaltung war die einzige, die sich inhaltlich mit Rassismus im Theater auseinandersetze. Es war den Veranstalter_innen wichtig, auf Grund des Anstoßpunktes und der darauf folgenden Auseinandersetzungen des Stücks „Die N“, im Diskurs weiterzugehen, weswegen die Konferenz mit Bühnenwatch ein wichtiges Kernstück des Kulturfestivals war.

In fünf jeweils halbstündigen Vorträgen wurde auf die Rolle von Weißsein im Kontrast zu Schwarzsein in der deutschen Theaterlandschaft, sowohl auf der Bühne als auch in Beschreibungen von (Bühnen-)Charakteren eingegangen. Thema war des weiteren, ob und wie Theater in Deutschland mit Schwarzen und PoC-Schauspieler_innen besetzt werden und welche Wertigkeit nicht-weiße Positionen im deutschen Theater zugeschrieben werden.

Während der Vorträge hatten die ca 70 Teilnehmer_innen die Möglichkeit, Kommentare auf Moderationskarten zu schreiben, die nachfolgend von der Moderatorin Julia Wissert eingesammelt und bei der abschließenden Diskussion verwendet wurden.

Ebenfalls war es nach jedem Vortrag möglich, sich kurz in „Flüster-Zirkeln“ mit Sitznachbar_innen auszutauschen.

An der abschließenden Diskussion nahmen viele sehr engagiert teil und gingen auf einige bereits benannte, wie auch bisher unbenannt gebliebene Aspekte ein.

Als positiv zu bemerken ist wiederum, dass ein sehr heterogenes, diverses Publikum anwesend war. Sowohl Menschen, die sich beruflich mit Theater auseinandersetzen wie auch interessierte Rezipient_innen anderer beruflicher Hintergründe waren anwesend.

Die Moderation erwies sich als hilfreich und angenehm, um tiefergehende, teils sehr spezifische, wie auch abschweifende Kommentare allen Zuhörenden zugänglich zu machen.

Die Rückmeldung zu dieser Veranstaltung war durchweg positiv. Viele kamen zu späteren Zeitpunkten auf die Veranstalter_innen zu, um ihnen Lob auszusprechen. Einige menschen äußerten den Wunsch, die Vorträge in schriftlicher Form zugänglich gemacht zu bekommen, um sich weiter mit den Themen auseinander zu setzen. Weitere beklagten, dass Veranstaltungen dieser Art zu selten oder gar nicht im Ausbildungskontext des Theaterwesens zu hören seien.

Titel: „Ich bin kein Nazi!“ Vom Umgang mit Weißsein und weißen Privilegien von Julia Lemmle „Postmigrantische und Schwarze Perspektiven auf deutsches Theater“ von Dr. Azadeh Sharifi „Bringt Othello ins Museum! – Schwarze Rollenbilder in weißen Theaterräumen“ von Atif Hussein

„Not just a Blackened Face: Die Geschichte eines Stereotyps“ von Sharon Dodua Otoo „Aborofo: Wie Weißsein im deutschen Theater konstruiert wird“ von Sandrine Micossé-Aikins

Abschließendes Gespräch mit allen Vortragenden Moderation: Julia Wissert

 

 

Szenische Lesung „Lampedusa, 3. Oktober 2013“

Die szenische Lesung „Lampedusa, 3. Oktober 2013“ von Umberto Riccó wurde in der Werkstatt 3 aufgeführt. Ca. 60 Besucher_innen erlebten die Lesung, die erstmals simultan in DGS übersetzt wurde. Es besonders erfreulich war, dass ca. 15 gehörlose Menschen unter der Zuschauer_innen waren. Um das Geschehen für die Gehörlosen leichter zugänglich zu machen, hatten die Ausführenden das Aufführungskonzept angepasst: Frontal vor den Zuschauer_innen befanden sich vor der Leinwand nur die DSG Sprechenden. Die 5 vorlesenden Personen hatten sich hinter dem Publikum gruppiert.

Die Zuschauer_innen folgten der Lesung aufmerksam und ergriffen. Die anschließende Diskussion wurde moderiert und übersetzt von Ginnie Bekoe und Tsepo Bollwinkel. Neben den Aufführenden nahm der Sprecher der Hamburger Lampedusa Flüchtlinge zur aktuellen Lage seiner Gruppe Stellung. Ein Grußwort kam von einer Sprecherin der Hannoveraner Gruppe „Ein Herz für Lampedusa“, die die Erstproduktion der Lesung angeregt hat.

Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere die Gehörlosen Zuschauer bisher keinen Zugang zur den Themen um die Flüchtlingspolitik der EU hatten. Ihre engagierten Fragen wurden ausführlich beantwortet. Auch die weiteren Zuhörer hatten einen großen Informationsbedarf. In der allgemeinen Diskussion wurde mit Zahlen das Ausmaß der Flüchtlingstragödien im Mittelmeer belegt. Die Menschenrechtsverletzungen der EU wurden ebenso scharf kritisiert wie die Politik des Hamburger Senats gegenüber der Lampedusa Gruppe.

Die Veranstaltung endete nach ca. 2,5 Stunden mit einer Spendensammlung zugunsten der Hamburger Lampedusa Gruppe.

 

 

Vortrag „Rheinland“ und Schwarze im 3. Reich

Julius B. Franklin von Mokoari Street Productions, die zur Zeit das Spielfilmprojekt „Rheinland“ vorbereiten, führte thematisch durch den Abend.

Es wurde das circa halbstündige Interview mit Theodor Wonja Michael, einem der drei noch lebenden Schwarzen Holocaustüberlebenden gezeigt. Dieses behandelt sowohl seine persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Nazizeit, als auch historische Ausführungen zu Schwarzen Menschen in Deutschland und ihre Identitätsbildung.

Nachfolgend wurde der Teaser zum Filmprojekt „Rheinland“ gezeigt, welches die Geschichte eines 12-jährigen Afrodeutschen in einem rheinländischen Dorf um die Zeit der Machergreifung beschreiben wird.

Julius B Franklin stand nun für circa eine Stunde für Fragen aus dem ca 40-45 Personen zählenden Publikum zur Verfügung, die sich vertiefend mit den Thematiken der Schwarzen Diaspora, Schwarze Menschen um die Jahrhundertwende im deutschsprachigen Raum, die „Rheinland-Bastarde“ wie auch Schwarze im und nach dem 3. Reich beschäftigten.

Das diverse, stark intellektuelle und sehr interessierte Publikum zeigte sich im Feedback positiv und war an weiteren Veranstaltungen dieser Art sehr interessiert. Auch zeigten sehr viele starkes Interesse am weiteren Verlauf des Spielfilmprojekts „Rheinland“ und waren von der Wichtigkeit der Aufarbeitung der Kolonialen Vergangenheit, wie der Aufarbeitung der Thematik von Schwarzen im Dritten reich überzeugt.

 

 

Finissage Daima, Lesung „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“ von Sharon Dodua Otoo

Zum Abschluss des Schwarzen Kulturfestivals luden wir wiederum Sharon Dodua Otoo ein. Dieses Mal, um aus ihrer Novelle „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“ zu lesen.

Circa 50 Personen hörten Frau Otoo eineinhalb Stunden lang zu. Nach der Lesung stand sie für Fragen zur Verfügung.

Sie wählte auf Grund der (nicht nur) derzeitigen Aktualität Ausschnitte aus dem Buch, die sich mit der Thematik der Refugees beschäftigte. Ca 40 Menschen lauschten ihr gebannt und äußerten u.a. den Wunsch eines Hörbuchs. Die Lesung wurde spontan um eine weitere halbe Stunde verlängert, da der Wunsch nach Mehr so ausgeprägt war.

Insgesamt war die Stimmung bei den Anwesenden sehr angenehm und ein wenig wehmütig. Das Festival mit Sharon Dodua Otoo, Nzitu Mawakha und Daima zu beginnen wie auch zu beenden, wurde von den Teilnehmenden als positiv rückgemeldet.

 

 

Zahlen und Fakten

14 Veranstaltungen
4 Veranstaltungsorte
800-850 Zuschauer_innen/ Teilnehmer_innen
6 Kooperationen (Werkstatt 3, Timbuktu, Bühnenwatch, Witnessed, Mokoari Street Productions, Lampedusa in Hamburg)
411,15 € Eingenommene Spenden zugunsten des Kulturfestivals
67 Aktive Unterstützer_innen
3,5 Wochen Festivaldauer
8 Wochen Vorbereitungszeit
12 Unterstützende Betriebe (Timbuktu, Werkstatt 3, Mangold, Herr Max, Karosechs, Karo Ecke, Elbgold, LemonAid, Reformhaus Engelhardt, befried, VHH PVG, Café Klatsch)
3 In Deutsche Gebärdensprache gedolmetschte Veranstaltungen
3515€ Ausgaben

 

 

Weiterführende Verbesserungsvorschläge und Kritik

  • Veranstaltungsprogramm auch in Papierform/Programmheft è zu viel Facebook-basierte Werbung
  • Höheren Plakatierungsradius
  • Mehr Vorlauf è Kurzfristigkeit führte zu Terminkollisionen
  • Gerne als jährliche Veranstaltung
  • Zu wenig eingenommene Spenden è Einlass nach Spende das nächste Mal?
  • Erfolg nicht ausreichend kommuniziert è Veranstaltungsberichte nach den Veranstaltungen
  • Gerne nächstes Mal mehr „Safe Spaces“ für Schwarze/PoC

 

 

Positive Rückmeldungen

  • Harmonische Atmosphäre
  • Kontinuität der Besucher_innen
  • Diversität der Besucher_innen
  • Nicht nur Re-Aktion sondern positives Agieren
  • Empowerment für Schwarze, Kultur für alle
  • So viel, so schnell möglich gemacht
  • Daima als thematische Klammer positiv
  • Starke Themenbandbreite & Abwechslungsreichtum
  • Veranstaltungsorte angenehm
  • Festival wirkte als Manifest der Stärke
  • Auseinandersetzung mit Identitäten begonnen

 

 

Presseecho

  • Hamburg mittendrin: Nach Kritik an Theaterstück “Festival gegen Rassismus”
  • NDR: Proteste gegen Theaterstück “Die N”
  • tidenet: Afrika Outlook Interview mit Tsepo Bollwinkel
  • Freie Radios FSK: Schwarzes Kulturfestival Hamburg Mit unseren eigenen Stimmen – Black is more than a (Black)Face Interview mit Tsepo Bollwinkel (Stream zum Anhören)
  • Hamburger Morgenpost: Umstrittenes Stück “Die N* am Schauspielhaus wurde abgesagt”
  • Hamburger Morgenpost: “Die N*”  Dieses Stück beflügelt Rassisten
  • TAZ: Interview mit Sharon Dodua Otoo zum Schwarzen Kulturfestival Hamburg “Uns gab es hier schon lange”
  • tidenet: Afrika Outlook Interview mit Dalia Marmer, Nesta Mitali und Celine Love über das Schwarze Kulturfestival
  • tidenet: Afrika Outlook Interview Teil 2

 

 

Medien

Bilder unter Jonas Walzberg Fotographie wie auch auf der Seite des Schwarzen Kulturfestivals Hamburg, beides auf Facebook

Blog über das Schwarze Kulturfestival auf der Website der ISD

Ein Video auf Youtube von Sidney Frenz

 

 

 


 

Anmerkungen in eigener Sache

Das Schwarze Kulturfestival ist aus dem kleinen Wunsch geboren, aktiv uns, den Schwarzen Menschen in Hamburg, Gehör zu verschaffen angesichts der Verletzungen, die die Aufführung des Stücks „Die N“ uns einbrachte.

Aus dem kleinen Wunsch ist innerhalb kurzer Zeit ein großes Statement geworden und vor allem so viel mehr als nur eine Protestaktion.

In einem kleinen, unerfahrenen Team haben wir innerhalb weniger Wochen ein vollständiges Festival aus der Taufe gehoben, welches so viel mehr war als wir uns erträumt hatten.

Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht so viele unterschiedliche Menschen uns unterstützt hätten & unsere Improvisationen mitgemacht und –getragen hätten.

Besonders überwältigt waren wir von der Unterstützung der Hamburger Betriebe, die ohne zu zögern und teilweise trotz weniger finanzieller Ressourcen uns mit Gutscheinen und Sachspenden halfen.

Wir möchten sie noch einmal nennen:

  • VHH PVG, die uns Werbung in den Busmonitoren und im Heft „In Kürze“ spendete
  • befried
  • Herr Max, die unseren Dolmetscher_innen Gutscheine spendete
  • Mangold
  • Karosechs
  • Karo Ecke
  • Elbgold
  • LemonAid
  • Reformhaus Engelhardt
  • Café Klatsch

 

Darüber hinaus hätte das Kulturfestival ohne unsere Kooperationspartner_innen nicht stattfinden können. Wir danken recht herzlich

  • Yesim & Ray, die das Timbuktu – Freiraum für Kunst & Kultur betrieben haben
  • W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.
  • Lampedusa in Hamburg
  • Witnessed
  • Bühnenwatch
  • Mokoari Street Productions

 

Alle Menschen, die die Veranstaltungen gestaltet haben, haben entweder komplett auf Bezahlung verzichtet oder einen so geringen Betrag für ihre Mühen bekommen, dass es eher eine Aufwandsentschädigung war.

Die Held_innen des Festivals waren also:

  • Tsepo Bollwinkel
  • John Manseh und Lampedusa in Hamburg
  • Claudia Bollwinkel & Simone Fourestier
  • Sharon Dodua Otoo
  • Nzitu Mawakha
  • Senfo Tonkam
  • Cyntia Butare
  • Dalia Marmer
  • Nesta Mitali
  • Tinapu, Samila & Maseho
  • Fatima aka Fani
  • Binta, Mats und Lukulule
  • Milicent Adjei
  • Sidney Frenz
  • Vincent Hesse
  • Matthew Harrison & Crew
  • Sigi Jacobs
  • Julia Lemmle, Dr Azadeh Sharifi, Atif Hussein, Sandrine Micossé-Aikins und Julia Wissert
  • Celine Love & Daniel Abozen
  • Joke Janssen & Kurt Hirschler
  • Steffi Danneberg & Anna Schomburg
  • Julius B. Franklin

Hier seien auch weitere Menschen genannt, die hinter den Kulissen die Veranstaltungen möglich gemacht haben

  • Dirk und Wamilika
  • Louisa
  • hANNI
  • Naomi, Shinga, Tamika, Tebbi, Jasmine
  • Antonio Umberto Riccò und die AG Unser Herz schlägt auf Lampedusa”
  • Sally & Angela
  • Und viele weitere

Natürlich danken wir unseren Geldgeber_innen und Spender_innen. Vor allem

  • Stiftung :do
  • Eberhardt-Schultz-Stiftung für soziale Menschenrechte
  • Soli-Fonds der Linken
  • Das anonyme Spender_innen-Kollektiv
  • Schanzenbuchhandlung
  • Christiane Schneider
  • Alisha Heinemann
  • Collja Moeller
  • Die Pay-Pal-Spender_innen
  • Und Fiona

 

Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle auch an alle Besucher_innen, Teilnehmer_innen, Gäste und Interessent_innen, die an den Aktionen und Veranstaltungen teilgenommen haben.

 

 

In Gedenken an Nzitu Mawakha

 

Nzitu MawakhaAnfang August verstarb plötzlich und unerwartet die wunderbare Künstlerin Nzitu Mawakha, die das Schwarze Kulturfestival und unser Team besonders unterstützt hatte.

Wir waren –wie alle- sehr geschockt und traurig, als wir von ihrem Tod erfuhren. Wir möchten nicht ungesagt lassen, was für ein wichtiger Teil der Community und nicht zuletzt auch des Kulturfestivals sie war.

Sofort begeistert hat sie zugestimmt, als wir sie fragten, ob sie Daima nach Hamburg bringen mag. Unser Empowerment war auch ihr Empowerment – es hat sie beglückt, uns, die Community und die Stadt Hamburg zu beglücken.

Wir nehmen Abschied von Nzitu und sind in Gedanken bei ihrer Familie und ihren Freund_innen. Hier sollen besonders Wamilika und Asad, sowie Sharon genannt sein.

Asante sana