[wpedon id=16927]

In diesem Moment der Corona-Pandemie darf NIEMAND zurückgelassen werden! – Aber die Lampedusa-Gruppe in Hamburg, die undokumentierten Arbeiter*innen und die Obdachlosen bleiben wieder einmal vernachlässigt und isoliert – ohne sichere Unterkünfte und Schutz, ohne gesicherten Zugang zu medizinischer Versorgung.

Seit fast 7 Jahren ist das Lampedusa-Zelt nicht nur ein Ort des Protests und der Selbstorganisation, sondern auch ein wichtiger Anlaufpunkt für Versammlungen sowie für wichtige Informationen, Empfehlungen und Kontakte für Neuankömmlinge in Hamburg. Es ist ein Ort wichtiger politischer Organisation für Menschen ohne Papiere. Auch Obdachlose besuchten das Zelt regelmäßig.

Damit die Corona-Maßnahmen in Hamburg überhaupt erfolgreich sein können, müssen die Mitglieder von Lampedusa in Hamburg sowie alle anderen Flüchtlinge und Nicht-Staatsangehörigen in Hamburg gleichwertig geschützt werden und ein sofortiges Aufenthaltsrecht mit sicherer Unterbringung erhalten.

Warum wurde das Bleiberecht dieser Menschen nach 7 Jahren politisch noch immer nicht anerkannt?

Diese Krise betrifft uns leider nicht alle gleichermaßen. Die Communities der Geflüchteten, Undokumentierten und Obdachlosen werden von Hilfsmaßnahmen weitgehend ausgeschlossen und sind somit erneut am stärksten betroffen. Diese Ausgrenzung kann für Tausende von Menschen tödlich sein und wird natürlich auch auf die deutsche Gesellschaft als Ganzes zurückwirken.

Seit letzter Woche gibt es die Anordnung des Hamburger Staates, das Lampedusa-Zelt komplett abzubauen. Dies ist inakzeptabel und widerspricht der Vereinbarung, dass die Manifestation nach den außerordentlichen Maßnahmen wie bisher genehmigt weitergehen soll.

Im weiteren Verlauf unseres Kampfes muss das Zelt als mahnendes Symbol des Protests und des Widerstands stehen bleiben, da die Hamburger Regierung bisher noch keiner unserer legitimen Forderungen nachgekommen ist.

Wir unterstützen Maßnahmen aller Regierungsebenen, die der öffentlichen Gesundheit Vorrang einräumen. Wir fordern die Regierung jedoch auf, das Corona-Virus mit einem wirksamen Gesundheitsplan für ALLE zu bekämpfen und nicht wieder mit dem strukturellen Rassismus der Segregation und Ausgrenzung. JEDE*R, unabhängig von Status und Herkunft, sollte Zugang zu den notwendigen sicheren Wohnungen und medizinischer Versorgung haben. Gute Beispiele können aus anderen europäischen Ländern wie Großbritannien und Frankreich angeführt werden, die Maßnahmen ergriffen haben, um allen Obdachlosen eine sichere Unterkunft zu bieten.

Die Mitglieder der Lampedusa-Gruppe waren gezwungen, vor dem Krieg in Libyen zu fliehen, sie hatten bereits ihre Aufenthaltspapiere in Italien, aber keine Perspektive, dort zu überleben. Aufgrund dieser beispiellosen Umstände kamen wir nach Hamburg und gründeten die soziale Bewegung von Lampedusa. Wir sind ein Teil der Geschichte der Stadt Hamburg mit dem permanenten Zeltprotest. Diese Zelt- und soziale Geschichte MUSS bleiben.

Wir kämpfen, während wir auf den Straßen Hamburgs leben. Wir kämpfen jetzt schon seit SIEBEN Jahren für einen Status und ein Leben in Würde, ohne dass es von Seiten des Senats irgendeine positive Reaktion gegeben hätte. Trotzdem ist es uns gelungen, eine große Solidarität der Zivilgesellschaft durch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu mobilisieren und ein wichtiges Informations- und Sozialzentrum im und außerhalb des Zeltes zu schaffen.

Die Corona-Pandemie sollte uns Hanau nicht vergessen lassen und auch nicht das Leid derer, die an den Außengrenzen Europas Schutz suchen. Die Regierung sollte diejenigen nicht vergessen, die von rassistischer Gewalt und humanitärer Katastrophe bedroht sind. Das ist heute wichtiger denn je.

Wir fordern die Anwendung von § 23 oder einer anderen Möglichkeit, allen Mitgliedern der Gruppe Lampedusa in Hamburg ein Aufenthaltsrecht zu gewähren. Wir wollen eine inklusive und gerechte Gesellschaft der Gleichheit und der gleichen Menschenrechte für alle aufbauen. Schwarze Leben zählen auch! Wir wollen ein für allemal sicherstellen, dass die durch globale Kriegspolitik und Unterdrückung entstandenen Probleme endlich nachhaltig gelöst werden können.

Die Hamburger Regierung muss unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Gruppe Lampedusa in Hamburg und andere gefährdete Gruppen in dieser schwierigen Zeit zu schützen!

Wir rufen alle Flüchtlings- und Migrant*innenenselbstorganisationen sowie antirassistische und antifaschistische Gruppen zur Unterstützung auf!

Das Zelt kann jederzeit angegriffen werden!

Wir sind bereit, uns an die Vorschriften zu halten – jedoch:

DAS ZELT MUSS BLEIBEN! –

ES IST EIN SYMBOL UNSERES KAMPFES UND DES KAMPFES VERNACHLÄSSIGTER FLÜCHTLINGE INNERHALB DER BINNEN- UND AN DEN AUßENGRENZEN

Unsere FORDERUNGEN bleiben bestehen:

1. Unverzügliches Bleiberecht | Paragraph 23

2. SOFORTIGES Recht auf Zugang zur Gesundheitsversorgung

3. SOFORTIGER Zugang zu sicherem Wohnraum | dezentralisierten Wohnungen | Hotels oder

leerstehenden Grundstücken für Obdachlose

4. STOP-Massenunterkünfte

5. STOP-Abschiebungen

6. RECHT zu arbeiten

7. STOP Racial Profiling

Wir müssen jetzt ernst genommen werden und wollen von der Hamburger Regierung direkt angesprochen werden.

LAMPEDUSA IN HAMBURG Kontakt:

Ali Ahmed , mobil +49176-68125237

Baba Suleiman, mobil +49151-71541981